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Der Azem-Palast von Hama: Ein majestätisches Juwel von historischem Vermächtnis.

Der Azem-Palast von Hama: Ein majestätisches Juwel von historischem Vermächtnis.

Ḥama, eine Stadt im Zentrum Syriens entlang der idyllischen Ufer des Orontes, besitzt eine faszinierende, geschichtsträchtige Vergangenheit. Ihre Ursprünge reichen bis in prähistorische Zeiten zurück, als sie sich zu einer bedeutenden Siedlung entwickelte. Im 11. Jahrhundert v. Chr. erblühte sie unter den Aramäern zum Königreich Hamath. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Stadt eine Reihe fremder Einflüsse und Herrschaftsperioden. Die assyrische Vorherrschaft begann im 9. Jahrhundert v. Chr., gefolgt von persischer, makedonischer und seleukidischer Kontrolle. Während der seleukidischen Ära im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt Epiphaneia genannt. Als jedoch die byzantinische Herrschaft einsetzte, kehrte sie zu ihrer traditionellen Bezeichnung Emath zurück.

Im 7. Jahrhundert n. Chr. fiel Ḥama in die Hände der Araber, die die Hauptkirche der Christen in eine große Moschee umwandelten, was die religiösen und kulturellen Veränderungen jener Zeit widerspiegelte. Die Geschichte der Stadt war weiterhin von sich stetig ändernden Mächten und Konflikten geprägt. Sie wurde 1108 von den Kreuzfahrern erobert, aber 1115 von den Muslimen zurückerobert. Im Jahre 1175 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die Stadt und verursachte weitreichende Zerstörungen. In der Folge wurde sie 1188 von Saladin besetzt, um 1300 von den Mamluken-Sultanen und kam schließlich Anfang des 16. Jahrhunderts unter osmanische Herrschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ḥama ein integraler Bestandteil Syriens und festigte somit seinen Platz in der Geschichte des Landes.

Im Laufe ihrer ereignisreichen Vergangenheit war Ḥama Zeuge des Aufstiegs und Falls verschiedener Zivilisationen, von denen jede eine unauslöschliche Spur im kulturellen Erbe und der architektonischen Landschaft der Stadt hinterlassen hat. Heute steht sie als Zeugnis des fortwährenden Vermächtnisses der Zivilisationen, die ihre Entwicklung geprägt haben.

Ḥama fungiert als vitales landwirtschaftliches Marktzentrum und spielt eine bedeutende Rolle im Handel mit Waren wie Baumwolle, Getreide, Obst und Gemüse. Ihre wirtschaftlichen Unternehmungen erstrecken sich über die Landwirtschaft hinaus auf Bereiche wie Mehlmüllerei, Woll- und Textilweberei, Gerberei und Zementherstellung. Eines der bekanntesten Merkmale der Stadt sind jedoch die bezaubernden Gärten, die die Flussufer zieren und von kolossalen hölzernen Wasserrädern genährt werden.

Diese bemerkenswerten Wasserräder, die einen Durchmesser von 33 Fuß (10 Meter) bis 72 Fuß (22 Meter) aufweisen, wurden im 14. Jahrhundert auf ingeniöse Weise konstruiert. Ihr Zweck bestand darin, Wasser in Aquädukte zu heben, die als Quelle für Trinkwasser und Bewässerung dienten. Erstaunlicherweise sind mehrere der ursprünglich 32 Wasserräder noch heute in Betrieb und bewahren somit sowohl ihre historische Bedeutung als auch ihre praktische Funktionalität.

Unter den architektonischen Juwelen, die Ḥamas Landschaft schmücken, ragt der Qasr al-Azem‎ als eines der faszinierendsten Wohngebäude Syriens hervor. Erbaut im Jahre 1740 als Residenz von Assad Basha al-Azem, einem osmanischen Gouverneur der Stadt, strahlt dieser prächtige Palastkomplex exquisite Handwerkskunst und Design aus. Nur drei Jahre nach seiner Errichtung wurde Assad Basha al-Azem zum Gouverneur von Damaskus befördert, wo er einen weiteren berühmten Palast mit demselben Namen erbaute. Obwohl der Qasr al-Azem‎ in Ḥama während des Konflikts zwischen der syrischen Regierung und der Muslimbruderschaft im Jahr 1982 erhebliche Schäden erlitt, wurde er sorgfältig restauriert und gilt heute als die eindrucksvollste historische Residenz der Stadt.

Der Palastkomplex ist um drei prachtvolle Innenhöfe herum strukturiert. Der größte Innenhof, beschattet von einer Vielzahl von Bäumen, verfügt über einen imposanten zentralen Brunnen und einen südlichen Iwan. An der Ostseite führt eine Treppe zum Innenhof im zweiten Stock, wo die dramatische Fassade des Hauptempfangssaals im Mittelpunkt steht, der einem Bogengang vorgelagert ist. Der Empfangssaal selbst präsentiert faszinierende bemalte Holzarbeiten, gemustertem Marmor, alternierende Bänder aus schwarzem und weißem Stein und eine grandiose Kuppel, die seinen Scheitelpunkt krönt.

Der dritte Innenhof, gelegen auf der nordwestlichen Seite der Residenz, zeichnet sich durch exquisit detaillierte Steinmetzarbeiten aus. Ursprünglich als Haramlek oder Familienquartier bestimmt, beherbergt dieser Innenhof auch einen beeindruckenden privaten Hammam (Bad), der an seinen südlichen Teil angeschlossen ist. Heute beherbergt der Palast das Museum für Volkstraditionen, wobei mehrere Räume des Komplexes mit Ausstellungen geschmückt sind, die das traditionelle Leben in Syrien darstellen. Eine moderate Eintrittsgebühr gewährt Zugang zu diesem architektonischen Meisterwerk und lädt Besucher ein, in seine historische Pracht einzutauchen.

Ḥama, mit seiner malerischen Lage, reichen Geschichte und architektonischen Wundern, steht als Zeugnis für das dauerhafte Vermächtnis der Zivilisationen, die ihre Identität geprägt haben. Von ihren prähistorischen Wurzeln über ihren Aufstieg zum Königreich Hamath und durch nachfolgende Perioden fremder Herrschaft hat die Stadt ein Geflecht von Kulturen und Einflüssen erlebt. Ihre Rolle als landwirtschaftlicher Marktknotenpunkt und ihre ikonischen Wasserräder erhöhen ihre Anziehungskraft, während Qasr al-Azem‎ die architektonische Pracht der Stadt exemplifiziert. Indem Ḥama ihre Vergangenheit bewahrt und ihr kulturelles Erbe präsentiert, lädt sie Besucher ein, in ihre fesselnde Erzählung einzutauchen und die Echos der Geschichte zu erleben, die durch ihre Straßen widerhallen.

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